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Stuart Murray

Nackter Glaube

Christsein in einer nachchristlichen Welt

Aus dem Englischen
übersetzt von Michael Josupeit

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Zu diesem Buch

Jesus folgen in einer Art, die herausfordert, aufstört und inspiriert auf dem Weg zu ganzheitlich gelebtem Christsein.

Stuart Murray, Gemeindegründer und Berater sowie Teil des Anabaptist Network in Großbritannien, legt in diesem Buch den Kern eines täuferisch geprägten Christeins frei. Er beschreibt, was die Überzeugungen der Täuferbewegung für den Glauben heute bedeuten – ganz gleich, in welchem Kontext.

„Generationen von täuferischen Christen haben ihren Glauben treu bezeugt, sich der Anpassung an soziale Normen verweigert, sie haben pionierhaft neue Wege beschritten, Kirche zu sein, haben vorherrschende Überzeugungen etwa zur Gewalt in Frage gestellt und manchmal entsetzlich gelitten. Dennoch geht es mir um Täufertum hier nur als Mittel zum Zweck, nämlich auf Jesus hinzuweisen, dem wir folgen und den wir anbeten.“

Stuart Murray

Anhand von sieben Kernüberzeugungen stiftet Murray an zu einem radikalen Christsein in einer nachchristlichen Gesellschaft:

1.Jesus ist unser Vorbild, Lehrer, Freund, Erlöser und Herr.

2.Jesus ist der Dreh- und Angelpunkt der Offenbarung Gottes.

3.Die westliche Kultur entwächst einer vom Christentum dominierten Ära, in der Kirche und Staat die Gesellschaft leiteten. Bewegungen wie die der Täufer haben nach Alternativen dazu gesucht.

4.Die häufige Verbindung der Kirche mit Status, Reichtum und Macht ist der Nachfolge Jesu unangemessen und schadet unserem Zeugnis.

5.Gemeinden sind berufen, verbindliche Gemeinschaften der Nachfolge und Mission zu sein, Orte der Freundschaft, der gegenseitigen Verantwortlichkeit und des vielstimmigen Gottesdienstes, der die Geistbegabung aller würdigt.

6.Spiritualität und Ökonomie hängen eng zusammen.

7.Frieden ist das Herz des Evangeliums.

Über den Autor

Stuart Murray, Jahrgang 1957, ist unter dem Dach des Anabaptist Network weltweit als Redner unterwegs und begleitet Gemeinden in Großbritannien. Dabei und in seinen Büchern fragt er stets danach, was es bedeutet, Kirche in einer nachchristlichen Gesellschaft zu sein, in der das Christentum nicht länger herrschenden Einfluss hat.

Stuart Murray ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und zwei Enkel.

Impressum

Dieses Buch als E-Book:
ISBN 978-3-86256-750-8, Bestell-Nummer 590 046E

Dieses Buch in gedruckter Form:
ISBN 978-3-86256-046-2, Bestell-Nummer 590 046

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische
Daten sind im Internet über www.d-nb.de abrufbar

Wir unterstützen den Gebrauch inklusiver Sprache. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Buch jedoch auf die zusätzliche Formulierung der weiblichen Sprachform verzichtet. Wir weisen deshalb darauf hin, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Die englische Originalausgabe dieses Buches erschien 2011 unter dem Titel Naked Anabaptist – The Bare Essentials of a Radical Faith bei Paternoster, einem Imprint von Authentic Media Limited, Milton Keynes, United Kingdom, www.authenticmedia.co.uk.

Copyright © 2011 Stuart Murray

Die Edition Bienenberg erscheint in Zusammenarbeit mit dem Theologischen Seminar Bienenberg, Liestal/Schweiz, www.bienenberg.ch

Bibelzitate, sofern nicht anders angegeben, wurden der folgenden Bibelübersetzung entnommen: Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen.
Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft

Lektorat: Dr. Thomas Baumann, Frieder Boller
Umschlaggestaltung: spoon design, Olaf Johannson
Umschlagbild: Andrey Yurlov/Shutterstock.com

© 2014 Neufeld Verlag Schwarzenfeld

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise,
nur mit Genehmigung des Verlages

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Inhalt

Zu diesem Buch

Über den Autor

Impressum

Vorwort von Lukas Amstutz zur deutschen Ausgabe

KAPITEL 1

Das Täufertum – eine Bewegung, deren Zeit gekommen ist?

Wachsendes Interesse

Ein schlüssiger Rahmen für meine Überzeugungen

Netzwerke entstehen

Grundüberzeugungen

KAPITEL 2

Jesus nachfolgen

Die erste Grundüberzeugung:

Vom Zentrum an den Rand

Verehrt, aber nicht zum Vorbild genommen

Vom Rand zurück ins Zentrum?

Jesus nachfolgen

Die zweite Grundüberzeugung:

Folgen für die Nachfolge

Die Gemeinschaft der Glaubenden

Jesus-zentrierte Auslegung

Nachtrag

KAPITEL 3

Nach dem Christentum

Die dritte Grundüberzeugung:

Was war das Christentum?

Was ist Post-Christentum?

Die vierte Grundüberzeugung:

Christentum bedeutete Einverständnis

Das Post-Christentum bietet Möglichkeiten

Lernen und sondieren

KAPITEL 4

Gemeinschaft und Nachfolge

Die fünfte Grundüberzeugung:

Täufertum: eine „Emerging Church“-Bewegung

Gemeinschaften der Nachfolge und Mission

Freundschaft und gegenseitige Verantwortlichkeit

Vielstimmiger Gottesdienst und beratende Leiterschaft

Jung und Alt, Frauen und Männer

Die Taufe ist den Glaubenden vorbehalten

Brot und Wein miteinander teilen

Die Hoffnung behalten

KAPITEL 5

Gerechtigkeit und Frieden

Die sechste Grundüberzeugung:

Spiritualität und Ökonomie

Gemeinsamer Besitz und gegenseitige Hilfe

Die siebte Grundüberzeugung:

Täufer und Gewaltlosigkeit

Frieden, Krieg und Christentum

Lernen, wie man Frieden schließt

Fazit

KAPITEL 6

Die historischen Täufer

Täufer treten in Erscheinung

Täufer in der Schweiz

Täufer in Süddeutschland und Österreich

Täufer in Norddeutschland und den Niederlanden

Die Bewegung entwickelt sich

Täufer heute

Amische und Hutterer

Mennoniten

KAPITEL 7

Täufertum heute

Das Täufertum – mit all seinen Fehlern und Schwächen

Gesetzlichkeit

Einseitigkeit

Intellektualismus/Anti-Intellektualismus

Spaltungen

Separatismus

Quietismus

Trägheit

Bestätigung des Täufertums

Spiritualität und Nachfolge

Das Täufertum heute

Quellen zum Täufertum

Bücher zur Geschichte des Täufertums

Bücher zum Täufertum heute

Quellen für die Andacht

Webseiten

Fragen zur Vertiefung und für das Gespräch

Grundüberzeugung 1

Grundüberzeugung 2

Grundüberzeugung 3

Grundüberzeugung 4

Grundüberzeugung 5

Grundüberzeugung 6

Grundüberzeugung 7

Über den Verlag

Danke

Ich bin einer ganzen Reihe von Mitgliedern des Anabaptist Network zu Dank verpflichtet, die beim Zustandekommen dieses Buches beteiligt waren. Einige ihrer Gedanken tauchen in den ersten beiden Kapiteln dieses Buches auf. Andere haben Teile oder auch den ganzen Text gelesen, und mir einige aufschlussreiche Rückmeldungen gegeben

Meine Frau Sian hat ebenfalls den gesamten Text gelesen, mich dazu ermutigt, Bilder und noch mehr ‚Storys‘ einzufügen, und sie hat das, was ich geschrieben habe, auch auf die eine oder andere Art und Weise verbessert. Dafür bin ich sehr dankbar – und noch für vieles mehr.

Doug Hynd (Australien) und Tim Nafziger (USA) lieferten mir wertvolle Kommentare aus den anderen Teilen dieser Welt. Ganz besonders dankbar bin ich Alan Kreider, der ebenfalls das gesamte Manuskript gelesen hat, und dessen Anregungen den Text entscheidend verbessert und mich vor Fehlern bewahrt haben. Für alles, was jetzt noch davon vorhanden ist, trage ich die Verantwortung. Noel Moules danke ich für den exzellenten Titel.

Vorwort von Lukas Amstutz
zur deutschen Ausgabe

Wird ein Buch gleich in mehrere Sprachen übersetzt, spricht dies in der Regel für seine inhaltliche Qualität. Dies gilt auch für das vorliegende Buch des britischen Theologen Stuart Murray, der sich seit vielen Jahren mit der Frage nach der Zukunft christlicher Kirchen und Gemeinden beschäftigt. Obschon er als Gemeindegründer und -berater über langjährige und vielfältige Praxiserfahrungen verfügt, liefern seine Publikationen nicht in erster Linie ausgefeilte Konzepte und Programme, die eine erfolgreiche Gemeindearbeit versprechen. Wenn er über das Christsein in einer nachchristlichen Welt schreibt, ist dies mit grundlegenden Anfragen an das Wesen und die Gestalt der Kirche verbunden. Daher verspricht dieses Buch, das zwar ursprünglich für den britischen Kontext geschrieben wurde, auch für den deutschsprachigen Raum eine anregende Lektüre. Denn auch bei uns sieht sich die kirchliche Landschaft mit dem tiefgreifenden Wandel vom Christentum hin zum Post-Christentum konfrontiert.

„Stell dir vor, die Kirchenglocken rufen zum Gottesdienst – und keiner geht hin.“ War dies hierzulande noch vor wenigen Jahrzehnten weitgehend unvorstellbar, sind spärlich besetzte Kirchenbänke mittlerweile eine sonntägliche Realität. Vielerorts steht die Kirche zwar noch immer mitten im Dorf, doch landauf, landab ist der einstige gesellschaftliche Lebensmittelpunkt für viele Menschen bloß noch ein Fall für die „besonderen Fälle“ des Lebens, wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder Beerdigung. Natürlich ließen sich nun an dieser Stelle durchaus Beispiele wachsender und blühender Gemeinden aufzählen. Dennoch wird letztlich niemand ernsthaft leugnen, dass sich der Einfluss der christlichen Kirchen auf das gesellschaftliche Leben massiv verringert hat. Ja noch mehr: Es ist nicht übertrieben, vom Ende des Christentums zu reden. Dies meint freilich nicht, dass die spezifisch christlichen Glaubensinhalte für unsere Gesellschaft jegliche Bedeutung verloren haben. Und noch viel weniger ist damit gesagt, dass die Menschen heute nicht mehr an spirituellen Fragen interessiert sind. Was sich jedoch auflöst, ist die umfassende Dominanz der christlichen Kultur, die Kirche und Staat über Jahrhunderte nicht zuletzt mit Hilfe von Macht, Geld und Gewalt aufgebaut haben.

Der Begriff „Christentum“ steht in diesem Buch daher für eine historische Epoche, in der sämtliche Bereiche des Lebens christlich umhüllt waren und Menschen darin beinahe ausnahmslos zu Christen „gemacht“ wurden. Trugen Kirche und Staat in dieser Zeit ganz selbstverständlich dasselbe Gewand, emanzipierte sich die Aufklärung von dieser Uniformität und gab dem „christlichen“ Abendland erste entscheidende Anstöße, sich seiner kulturell-religiösen Kleider nach und nach zu entledigen. Offensichtlich mit Erfolg, denn waren das Christentum und seine Institutionen nach dem Aufstieg zur Staatsreligion jahrhundertelang die prägende Kraft für Gesellschaft und Kultur, ist heute der christliche Glaube bloß noch ein Sinnangebot auf dem Markt der religiösen Möglichkeiten. Die Selbstverständlichkeit des Christseins ist damit in unserer nachchristlichen Gesellschaft ebenso dahin, wie jene Privilegien, die Angehörige einer dominierenden Staatsreligion gerne in Anspruch nehmen. Zunehmend an den gesellschaftlichen Rand gedrängt, ist das Christsein nunmehr auf seinen nackten Glauben zurückgeworfen.

Für die Kirche, die während rund 1500 Jahren die abendländische Kultur maßgeblich eingekleidet hat, ist diese Nacktheit ungewohnt und irritierend. Es erstaunt daher nicht, dass mancherorts der Ruf nach den alten Kleidern zu vernehmen ist, die den verlorenen Einfluss des Christentums zurückbringen mögen. Stuart Murray zählt nicht zu jenen Stimmen. Im Gegenteil. Den Niedergang der christlichen Vorherrschaft hält er für eine begrüßenswerte Entwicklung. Natürlich freut er sich nicht darüber, dass viele Menschen dem christlichen Glauben wenig Sinn und Orientierung für das eigene Leben abgewinnen können. Aber im Verlust der gesellschaftlichen Machtposition sieht er die Möglichkeit, dass Christsein wieder „jesusähnlicher“ werden kann. Die gegenwärtige Nacktheit der Kirche ist demnach nicht zwingend eine Demütigung, sondern verweist Christen gerade auf ihre ursprüngliche Bestimmung. Denn die Kraft des christlichen Glaubens ortet Stuart Murray nicht in der im Christentum üblichen Allianz von Kirche und politischer Elite, sondern in einem mutigen und doch verletzlichen Christsein, das sich konsequent am Leben Jesu orientiert.

Wer sich heutzutage mit kirchenkritischen Menschen unterhält, merkt jedoch schnell: Die Schatten des Christentums sind noch immer lang. Die Gleichsetzung der Kirche mit Gewalt, Reichtum und Macht ist weit verbreitet und vielfach ein Argument gegen jegliche ernsthafte Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben. Stuart Murray nimmt dies ernst und will zeigen, dass Kirche anders sein kann – ja, anders sein muss. Als Inspirationsquelle und Gesprächspartner dient ihm dabei die täuferisch-mennonitische Tradition, die ihren Ursprung in der Reformationsbewegung des 16. Jahrhunderts hat. Einige Weggefährten des Zürcher Reformators Huldrych Zwingli kritisierten bereits damals die in ihren Augen unheilvolle Allianz von Kirche und Obrigkeit. Mit ihrem Pochen auf eine freiwillige Kirchenmitgliedschaft, ihrem Streben nach einer macht- und gewaltlosen Kirche sowie ihrer Verweigerung von Eid und Kriegsdienst provozierten sie einst den Zorn der Mächtigen. Was damals harte Repressionen durch Kirche und Staat nach sich zog, ist nun nach Stuart Murray auch für das Christsein in einer nachchristlichen Welt geboten. Dass er just in der täuferisch-mennonitischen Bewegung wegweisende Impulse findet, ist dabei alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Zum einen spielt sich das Täufertum am Rande der kirchengeschichtlichen Hauptstränge ab und fristet dort ein oft derart unbekanntes Dasein, dass es sich bestenfalls als interessantes Forschungsobjekt für Historiker und Theologen eignet. Zum anderen ist Stuart Murray selbst kein Mennonit, sondern hatte als Baptist lange Zeit keinerlei Berührungspunkte mit der täuferisch-mennonitischen Tradition.

Wenn er in diesem Buch von der bleibenden Bedeutung dieser Art des Christseins schreibt, tut er dies daher nicht mit der Absicht, seine Leserinnen und Leser von der Richtigkeit oder gar der Überlegenheit seiner Glaubenstradition zu überzeugen. Wie er mit dem englischen Originaltitel des Buches – The Naked Anabaptist – andeutet, geht es ihm um freigelegte Glaubensinhalte jenseits bestimmter traditioneller und konfessioneller Formen. Er betreibt denn auch nicht eine Glorifizierung des historischen Täufertums, wenngleich das Buch diesbezüglich an manchen Stellen etwas idealisierend wirkt. Vielmehr versucht der Autor aus einer täuferischen Perspektive den nackten Kern des Christseins zu beschreiben und damit zu zeigen, was diese Überzeugungen für den Glauben heute bedeuten – ganz gleich, in welchem Kontext. Dieses Anliegen teilt Stuart Murray in Großbritannien seit einigen Jahren mit Christen, die unterschiedlichen Denominationen angehören und sich im Anabaptist Network (www.anabaptistnetwork.com) zusammengefunden haben. Das Buch ist denn auch ein Resultat der gemeinsamen theologischen Reflexion innerhalb dieses Netzwerkes und erläutert im Wesentlichen sieben daraus hervorgegangene Grundüberzeugungen für ein Christsein in einer nachchristlichen Welt.

Auch wenn die Begriffe „Täufer“ oder „täuferisch-mennonitisch“ in Kontinentaleuropa längst nicht so positiv besetzt sind, wie etwa das englische „anabaptist“ im angelsächsischen Raum, rückt das theologische Erbe dieser Tradition auch hier bei uns verstärkt ins Bewusstsein. Dazu beigetragen haben in den vergangenen Jahren sicherlich die vielen Versöhnungsfeiern und Dialoge zwischen Mennoniten und unterschiedlichsten Konfessionen. Weiter folgte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) mit der Dekade zur Überwindung von Gewalt (2001 – 2010) einer mennonitischen Initiative und auch im gegenwärtigen Diskurs rund um eine missionale Theologie und Praxis werden täuferische Anliegen verstärkt aufgegriffen. Kurz: Kaum je zuvor wurden diese theologischen Überzeugungen an so unterschiedlichen Orten konstruktiv aufgegriffen und verarbeitet. Die Zeit scheint dafür reif zu sein.

Als Theologisches Seminar Bienenberg fördern wir diese Auseinandersetzung mit der Geschichte und Theologie des Täufertums und freuen uns daher über dieses Buch. Die Lektüre sei einerseits Mitgliedern täuferisch-mennonitischer Gemeinden empfohlen, die ihre Gemeinderealität mitunter eher als verstaubt und traditionalistisch empfinden. Nackter Glaube verweist sie in einer frischen Sprache auf die innovative und dynamische Kraft, die ihrer eigenen Tradition innewohnt und vermag hoffentlich die mancherorts unter der Asche glimmende Glut für ein mutiges Christsein in einer nachchristlichen Welt neu zu entfachen. Andererseits dürfen hier aber auch nicht-mennonitische Leserinnen und Leser inspirierende Gedanken erwarten, wie die folgenden Zeilen von Shane Claiborne zu diesem Buch deutlich machen: „In einer Welt, die sich der Leere des Materialismus und der Hässlichkeit des Militarismus zunehmend bewusst wird, beginnen die Täufer immer interessanter zu werden. Täuferische Logik wurzelt in der Weisheit vom Kreuz Jesu, die die Weisheit der Welt infrage stellt. Es scheint, die Welt ist bereit für eine neue täuferische Bewegung, und Nackter Glaube könnte der Funke sein, dieses Feuer zu entzünden.“

Unser aufrichtiger Dank geht an alle, die das Erscheinen des Buches in der Edition Bienenberg ermöglicht haben. Möge es dazu dienen, den Niedergang des Christentums nicht als Katastrophe, sondern als neue Chance für ein glaubwürdiges Christsein in dieser Welt zu verstehen.

Lukas Amstutz

Theologisches Seminar Bienenberg

KAPITEL 1

Das Täufertum – eine Bewegung,
deren Zeit gekommen ist?

Wachsendes Interesse

„Die Täufer sind zurück!“, ließ ein amerikanischer Autor vor einigen Jahren in einem gleichnamigen Buch verlauten.1 Er war von dem wachsenden Interesse an der täuferisch-mennonitischen Tradition in Nordamerika fasziniert. Zwanzig Jahre später scheint sich überraschenderweise etwas Ähnliches in anderen Ländern zu ereignen, in denen die Täufer nur eine geringe oder gar keine Wirkungsgeschichte hatten. Christen aus verschiedenen Denominationen und Traditionen – Evangelikale, Liberale, Charismatiker, Protestanten, Katholiken und Pfingstler – sie alle beschäftigen sich intensiver mit der Täuferbewegung und viele unter ihnen greifen deren Vision auf. Dieses Buch versucht, das wachsende Interesse an einer Tradition zu erklären, die lange als unbedeutend, häretisch oder auch als beides abgelehnt wurde. Es bietet eine einfache Einführung in die täuferische Bewegung und es untersucht dessen gegenwärtige Bedeutung.

Ein schlüssiger Rahmen für meine Überzeugungen

Meine ersten Begegnungen mit der täuferischen Tradition hatte ich in den frühen 1980er-Jahren als junger Gemeindegründer im östlichen Teil von London. Ich lebte in einer der ärmsten städtischen Gemeinden in England und machte mich auf die Suche nach Ressourcen, die mir dabei helfen sollten, die Armut, Ungerechtigkeit, Entbehrung und die vielen unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften in meiner Nachbarschaft zu verstehen und mich entsprechend zu engagieren. Und ich suchte nach neuen Perspektiven für die Jesusnachfolge, die Gemeinschaft, die Kirche und die Mission.

Ich las verschiedenste Bücher und fand heraus, dass einige der hilfreichsten von Mennoniten verfasst worden waren. Von diesen Leuten hatte ich noch nie gehört, aber ihre Werte fanden bei mir einen Widerhall und ich schätzte ihre Einsichten. Fasziniert verfolgte ich ihre Geschichte zurück bis in das 16. Jahrhundert und entdeckte dabei, dass sie Nachkommen der sogenannten Täufer waren. Ich erinnerte mich vage an Hinweise auf die Täufer in Büchern über die Kirchengeschichte (viele davon abwertend oder kritisch), aber ich wusste nur wenig darüber, wer sie waren oder was sie glaubten.

Je mehr ich aber über die Täuferbewegung las, desto mehr fühlte ich mich zu Hause. Als instinktiver, aber ziemlich gedankenloser Pazifist, vermittelte sie mir einen schlüssigen theologischen Rahmen für meine Überzeugungen. Für meine Sehnsucht nach authentischer Gemeinschaft und ganzheitlicher Nachfolge bot sie herausfordernde Beispiele und praktische Weisheit. Überzeugt von dem, was ich erst später als „viel-stimmige Gemeinde“ bezeichnen sollte, entdeckte ich im frühen Täufertum Gemeinschaften, die genau dies praktizierten. Und ich war aufgewachsen in einem kirchlichen Umfeld, in dem die Briefe des Neuen Testaments im Allgemeinen über die Evangelien gestellt wurden. Die täuferische Bewegung forderte mich heraus, stärker christozentrisch zu werden, und das Leben und die Lehre Jesu wesentlich ernster zu nehmen.

Vielleicht das Spannendste in meiner Situation als Gemeindegründer war jedoch, dass die Täufer leidenschaftliche Missionare waren. Sie lebten ihren Glauben auch gegen die herrschende Kultur konsequent aus. Und begeistert teilten sie ihre Glaubensüberzeugungen mit anderen. Viele von ihnen waren Gemeindegründer. War es wirklich möglich, beidem verpflichtet zu sein, dem Frieden und der Evangelisation, der Verkündigung und dem Streben nach Gerechtigkeit? Dieser ganzheitliche Missionsansatz überzeugte mich davon, dass ich, auch ohne mennonitisch aufgewachsen zu sein, doch ein überzeugter Täufer war.

Bald danach, in einer kleinen Arbeitsgruppe mit einigen anderen, die mein Interesse an den Täufern teilten, begann ich zu realisieren, wie viel diese alte Bewegung den Christen im Westen an der Schwelle zum Post-Christentum zu bieten hatte.

Wir sind Teil einer sich verändernden Kultur, in der alle Christen eher am Rand der Gesellschaft leben. Die an sich eher marginale missionarische Täuferbewegung schien uns ungewöhnlich gut dafür geeignet, folgendes zu klären. Mission muss das gängige Bemühen um die Aufrechterhaltung des kirchlichen Lebens ersetzen. Und was könnte es bedeuten, sich an dieser Mission zu beteiligen? In einer Welt, in der Jesus die Menschen immer noch fasziniert, die Kirche das aber nicht tut, ist der Jesus der Täuferbewegung eine kraftvolle Quelle für die Mission.

Netzwerke entstehen

Aus dieser kleinen Arbeitsgruppe entstand dann im Jahr 1991 das Anabaptist Network. Es dient Christen aus vielen Gemeinden und Denominationen in England, die über das Täufertum gestolpert waren und jetzt nach weiteren Ressourcen und Möglichkeiten suchten, gemeinsam zu lernen. In den letzten zwanzig Jahren sind täuferische Netzwerke auch in anderen Ländern aus dem Boden geschossen – Australien und Neuseeland, Südafrika, Korea, China, Kanada, den Vereinigten Staaten und – in allerjüngster Zeit – Skandinavien. In den meisten dieser Länder gab es historisch gesehen, nahezu keine Täufer, und die Mehrzahl derjenigen, die sich an diesen Netzwerken beteiligen, kommt nicht aus den historischen Denominationen der Täufer. Aber sie werden von der Vision der Täufer angezogen und hungern nach ihren Ressourcen.

Das ist ein überraschendes Phänomen und scheint sich immer mehr zu beschleunigen. So begannen sich manche von uns zu fragen, ob das Täufertum nach beinahe fünf Jahrhunderten der Marginalisierung und der nicht gerade geringen Feindseligkeit, eine Bewegung sein könnte, deren Zeit gekommen ist. Wer mit dem Täufertum nicht vertraut ist, findet in Kapitel 6 einen kurzen historischen Abriss von dessen Anfängen im 16. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Doch das Anliegen dieses Buches konzentriert sich vor allem auf die gegenwärtige Bedeutung der Tradition, die sich aus dieser Bewegung heraus entwickelt hat.

Grundüberzeugungen

Vor einigen Jahren stellten Mitglieder des Anabaptist Network in England und Irland sieben „core convictions“ (Grundüberzeugungen) zusammen. Sie sind unser Versuch, das Wesen der Täuferbewegung herauszudestillieren. Jede dieser Grundüberzeugungen drückt etwas von dem aus, was wir glauben und beschreibt dann die Konsequenz, zu der dieser Glaube führt. Diese Überzeugungen wurden bereits von einigen täuferischen Netzwerken in anderen Ländern übernommen. Wir hoffen, dass viele Leser sie ebenso inspirierend und herausfordernd empfinden wie wir. Bevor wir uns den einzelnen Grundüberzeugungen zuwenden, einige wichtige Vorbemerkungen:

Erstens: Diese Überzeugungen stellen einen Versuch dar, aus der täuferischen Tradition zu lernen und ihre Einsichten auf aktuelle Zeitfragen anzuwenden. Sie sind keine Update-Version historischer Täufer-Dokumente, und sie behandeln einige Themen, mit denen sich frühere Generationen nicht so intensiv beschäftigt haben.

Zweitens: Das Anabaptist Network ist eine vielfältige und verstreute Gemeinschaft, für die es keinerlei Mitgliedskriterien gibt. Wir bitten die Beteiligten nicht darum, die Grundüberzeugungen zu unterschreiben. Aber wer sich beteiligt, unterstützt sehr wahrscheinlich zumindest einige dieser Überzeugungen. Sie stellen jedoch keinen ideologischen Filter dar. Die Grundüberzeugungen bringen die Prioritäten, Anliegen und Verpflichtung derer zum Ausdruck, die dieses Netzwerk gegründet haben, und die in den letzten Jahren mitgeholfen haben, es zu formen.

Drittens: Es handelt sich hier um Überzeugungen, nicht um ein Glaubensbekenntnis. Die Täufer waren immer schon skeptisch gegenüber festgelegten Glaubensbekenntnissen, da diese den Eindruck erwecken, es bestünde keine Notwendigkeit mehr auf andere zu hören oder weiterhin mit der Schrift zu ringen. Glaubensbekenntnisse (Credos) befassen sich ausschließlich mit Glaubensinhalten, aber die Täufer sind genauso auch an praktischen Verhaltensweisen interessiert. Und nur allzu oft wurden Bekenntnisse dazu gebraucht, Abweichler zum Schweigen zu bringen, auszuschließen und zu verfolgen, anstatt anhand der Bekenntnisse weiter im Gespräch zu bleiben. Die Täufer haben dagegen Überzeugungen (confessions) formuliert – Aussagen, die nicht darauf angelegt waren, alles umfassend darzustellen, sondern eher charakteristische Glaubenserkenntnisse und Praktiken zu beschreiben. Sie alle sind provisorischer – also vorläufiger – Natur, und offen für Revisionen im Licht neuer Einsichten.

Viertens: Die Verpflichtungen, die in diesen Grundüberzeugungen ausgedrückt werden, sind eher als Ziele zu verstehen und weniger als Errungenschaften. Schon die erste macht deutlich, dass Täufer die Jüngerschaft als „Nachfolge“ interpretieren. Sie sind damit sehr zurückhaltend zu behaupten, sie wären schon „fertig“. Glaubensüberzeugungen brauchen immer ein „und jetzt?“.

Mit diesen Hinweisen im Hinterkopf, folgen jetzt die sieben Grundüberzeugungen (core convictions).

1

Jesus ist unser Vorbild, Lehrer, Freund, Erlöser und Herr. Er ist die Quelle unseres Lebens, der zentrale Bezugspunkt für unseren Glauben und unseren Lebensstil, für unser Verständnis von Kirche und für unser Engagement in der Gesellschaft. Wir sind entschlossen, Jesus nachzufolgen und anzubeten.

2

Jesus ist der Dreh- und Angelpunkt der Offenbarung Gottes. Wir sind einem Jesuszentrierten Zugang zur Bibel verpflichtet. Zugleich ist die Gemeinschaft der Glaubenden unser primärer Kontext, in dem wir die Bibel lesen und über die Konsequenzen für unsere Nachfolge entscheiden.

3

Die westliche Kultur entwächst allmählich einer vom Christentum dominierten Ära, in der Kirche und Staat gemeinsam die Gesellschaft leiteten und die nahezu jeden Menschen als Christ verstand. Ungeachtet seiner positiven Beiträge im Blick auf Werte und Institutionen, hat dieses Christentum das Evangelium verzerrt. Es marginalisierte Jesus und hinterlässt die Kirchen schlecht ausgerüstet für die Mission in einer nachchristlichen Welt. Bewegungen wie die der Täufer haben diese Art Christentum zurückgewiesen und nach alternativen Denkansätzen und Verhaltensweisen gesucht. Unsere Reflexion darüber bewegt uns, von deren Erfahrungen und Perspektiven zu lernen.

4

Die häufige Verbindung der Kirche mit Status, Reichtum und Macht ist der Nachfolge Jesu unangemessen und schadet unserem Zeugnis. Wir verpflichten uns, nach Wegen zu suchen, die für die Armen, Machtlosen und Verfolgten gute Nachricht sind. Wir sind uns bewusst, dass diese Art der Nachfolge Widerspruch auslösen und zum Leiden führen kann, ja manchmal sogar im Martyrium enden könnte.

5

Gemeinden sind dazu berufen, verbindliche Gemeinschaften der Nachfolge und Mission zu sein, Orte der Freundschaft, der gegenseitigen Verantwortlichkeit und eines vielstimmigen Gottesdienstes. Wir teilen Brot und Wein miteinander und stärken unsere Hoffnung, indem wir uns gemeinsam auf Gottes Herrschaft ausrichten. Hier werden Junge und Alte wertgeschätzt, Leiterschaft wird in beratender Haltung ausgeübt, Dienste werden geschlechtsunabhängig und gabenorientiert wahrgenommen, und es wird die Glaubenstaufe praktiziert. Solche Gemeinden wollen wir fördern und entwickeln.

6

Spiritualität und Ökonomie sind eng miteinander verbunden. In einer individualistischen und konsumorientierten Gesellschaft und in einer Welt voller ökonomischer Ungerechtigkeit sind wir entschlossen, Wege eines einfachen Lebensstils zu finden, großzügig zu teilen, die Schöpfung zu bewahren und uns für Gerechtigkeit einzusetzen.

7

Frieden ist das Herz des Evangeliums. Als Nachfolger Jesu in einer uneinigen und gewalttätigen Welt suchen wir nach gewaltlosen Alternativen. Wir lernen, wie sich Frieden stiften lässt zwischen einzelnen Menschen, innerhalb und zwischen Kirchen, in der Gesellschaft und zwischen Nationen.

Es fällt sofort auf, dass hier rein gar nichts über fundamentale theologische Themen wie die Trinität, die Buße oder die Eschatologie gesagt wird. Die Aussagen geben auch nicht vor, alle Aspekte der angesprochenen Themen abzudecken, wie zum Beispiel die Schrift, die Kirche und die Mission.

Diese Grundüberzeugungen sollen nicht alles umfassend darstellen, und kein Credo oder Glaubensbekenntnis ersetzen oder ein solches untergraben. Die große Mehrheit der Täufer, damals wie heute, bejaht gerne die ökumenischen Glaubensbekenntnisse, die bereits vor Jahrhunderten die Grenzen der Rechtgläubigkeit festlegten und den Kern des christlichen Glaubens zusammenfassten. Obwohl manche (wie wir noch sehen werden) auf überraschende und bedenkliche Lücken in eben diesen Glaubensbekenntnissen hingewiesen haben. Im Blick auf diese Glaubensbekenntnisse und Bekenntnisgrundlagen haben die täuferischen Grundüberzeugungen ergänzenden Charakter. Sie versuchen nicht, alles mit einzubeziehen, was täuferische Christen mit Christen aus anderen Traditionen gemeinsam haben. Ohne alles aufzuzählen was sie glauben, konzentrieren sie sich auf Aspekte, zu denen die täuferische Tradition eine ganz bestimmte Sichtweise vertritt.

Diese Sichtweisen sind somit eher charakteristisch als einzigartig. Andere Christen werden sicherlich zumindest einigen dieser Überzeugungen zustimmen, auch wenn sie sich von anderen distanzieren oder näher geklärt sehen wollen, was diese bedeuten. Sie bieten jedoch einen Weg, Nachfolge Jesu ungewöhnlich ganzheitlich zu verstehen und zu leben. Wenn wir diese Überzeugungen in den kommenden vier Kapiteln genauer erläutern, mag der eine oder andere Aspekt trotzdem noch Fragen aufwerfen oder Anstoß erregen. Aber eine wachsende Zahl von ganz unterschiedlichen Christen hat in ihnen ein christliches Glaubensverständnis gefunden, das dem Leben und der Lehre Jesu entspricht und in eine nachchristliche Gesellschaft und Kultur passt.

KAPITEL 2

Jesus nachfolgen

Die täuferische Bewegung ist zutiefst Jesus-zentriert und eng verbunden mit dem Ruf, Jesus „nachzufolgen“. Daher ist ihre Spiritualität schon überschrieben worden mit Following in the Footsteps of Christ (dt. in etwa: Nachfolge in den Fußspuren Christi).2 Die ersten beiden Grundüberzeugungen sind der Versuch, einige Auswirkungen der Nachfolge Jesu deutlich zu machen. Dies ist unsere Ausgangsbasis.

Die erste Grundüberzeugung:

Jesus ist unser Vorbild, Lehrer, Freund, Erlöser und Herr. Er ist die Quelle unseres Lebens, der zentrale Bezugspunkt für unseren Glauben und unseren Lebensstil, für unser Verständnis von Kirche und für unser Engagement in der Gesellschaft. Wir sind entschlossen, Jesus nachzufolgen und anzubeten.

Wenn täuferische Christen davon reden, Jesus nachzufolgen oder Jesus-zentriert zu sein („christozentrisch“), könnten andere Christen perplex oder beleidigt sein. Alle Christen sind Jesus-zentriert und dazu entschlossen, Jesus nachzufolgen, mögen sie erwidern. Wenn es doch nur so einfach wäre! Wir halten uns nicht allein für Jesus-zentriert oder für bessere Nachfolger Jesus als andere. In der Tat tendieren wir eher dazu, zurückhaltend zu sein, wenn es um Aussagen über den geistlichen Status oder Leistungen geht. Und wir sehen in vielen anderen Traditionen ebenfalls wundervolle Christen, deren Leben auf Jesus ausgerichtet ist und die ihm treu und mutig nachfolgen. Aber wir meinen, dass Jesus in der Geschichte der Kirche sehr oft an den Rand gedrängt worden ist – in der Praxis, wenn nicht sogar in der Theorie – und dass dieses Erbe sehr problematisch ist.

Vom Zentrum an den Rand